OVIGO Story

DIE OVIGO-STORY

DIE OVIGO-STORY (1979-2020)

Zahlen & Fakten

1 Traum, der über allem steht: ein eigenes Theaterhaus beziehen.
2 Auszeichnungen: Bayerischer Amateurtheaterpreis 2015 („Der Gott des Gemetzels“), Zukunftspreis Landkreis Schwandorf 2018
3 Produktionen im Jahr 2015 – damals noch Rekord.
6 verschiedene Produktionen gab es bereits im Jahr 2017.
25 Zuschauer passen in die Lüftungszentrale des Donau-Einkaufszentrums Regensburg – unser bislang kleinster Spielort („Männerhort“ 2017).
33,0 Das aktuelle Durchschnittsalter eines OVIGO-Mitglieds (Stand: 06.09.2020)
42 verschiedene Spielorte hat es seit 2012 gegeben (Stand: 19.07.2020).
61,1 Prozent Frauenanteil hat unser OVIGO Theater e.V. (Stand: 06.09.2020).
135 Darsteller bereicherten die OVIGO-Geschichte seit 2012 (Stand: 23.09.2020).
193 Mitglieder zählt der OVIGO Theater e.V. (Stand: 04.09.2020).
215 Aufführungen hat es seit der Neugründung als OVIGO seit 2012 gegeben (Stand: 24.10.2020).
430 Zuschauer bedeutete am 24.01.2020 eine neue Rekordkulisse („Eine ganz heiße Nummer“, Schwarzachtalhalle Neunburg vorm Wald).
929 Likes bei Facebook! Da geht noch mehr: LINK.
4.431 Zuschauer im Februar und Juni 2019 bei „Pippi Langstrumpf“ – unsere Rekordproduktion!
6.456 Zuschauer im Spieljahr 2019
20.640 Besucher bei OVIGO-Aufführungen seit der Neugründung 2012 (Stand: 24.10.2020).
999.999 Wünsche/Ziele für die Zukunft.

Wie alles begann: das Ortenburg-Ensemble

Das OVIGO Theater gibt es unter diesem Namen erst seit 2012 – als eingetragener Verein sogar erst seit 2016. Die Ursprünge liegen aber tatsächlich in den 70er-Jahren. 1979 wurde das „Ortenburg-Ensemble“ als Schultheater am Ortenburg-Gymnasium Oberviechtach von Kunstlehrer Wolfgang Pöhlmann gegründet. Mit dem ersten Stück „Der Spitzel“, einer erweiterten Szene aus Bertolt Brechts Drama „Furcht und Elend des Dritten Reiches“, erzielte die neu gegründete Schulspielgruppe einen fulminanten Erfolg – und das nicht nur in der Heimatstadt, sondern auch bei den Schulspieltagen in Berchtesgaden, wo die Oberviechtacher dank ihres glänzenden Spiels, aber auch aufgrund ihres couragierten Auftretens die Gunst der strengen Jury gewannen, die vor diesem Auftritt schon zahlreiche Darbietungen anderer Gymnasien regelrecht verrissen hatten.

Das unerwartet gute Abschneiden bei den Schulspieltagen steigerte auch schulintern das Ansehen der neu formierten Spielercrew, die sich auch über die Förderung durch die Schulleitung freuen konnte. Damit war der Grundstein für die künftigen Inszenierungen beeindruckender Theaterstücke gelegt, die über die Schulregion hinaus wahrgenommen wurden und dem Ortenburg-Ensemble ein Renommee verschafften, das auch heute noch Gültigkeit hat.

Wenn Pöhlmann rief, kamen sie alle

Nach ein paar Jahren entstand aber ein Problem, das aber zur Tugend  wurde. Die Schüler hatten alle ihr Abitur in der Tasche und waren damit keine Schulspieler mehr. Trotzdem entschloss sich das Ensemble, zusammen zu bleiben. Ehemalige Ortenburg-Schüler spielten fortan mit neuen Schülern gemeinsam. So schaffte es die Truppe, sich in allen Belangen zu verbessern und immer wieder für frischen Wind zu sorgen. Auch in den Bereichen Technik, Maske oder Kostüm beteiligten sich viele Helfer und unterstützten die Gruppe tatkräftig.

Aus der Vielzahl der Inszenierungen des Ortenburg-Ensembles ragen „Jedermann“, die „Dreigroschenoper“ und „Faust“ heraus. Sie wurden über mehrere Jahre hinweg an wechselnden Spielorten in Oberviechtach und Neunburg vorm Wald zur Aufführung gebracht. Das 25-Jährige Schuljubiläum 1989 war der Anlass zur erstmaligen Darbietung von Hofmannsthals „Jedermann“ auf der Freitreppe vor der Stadtpfarrkirche. Über 1.100 Zuschauer sahen am Festspielwochenende im Juli 1989 die nächtlichen Aufführungen in einzigartiger Atmosphäre.

Eine einjährige Probenarbeit mit Orchester und Ensemble erforderte die ehrgeizge Umsetzung von Brechts „Dreigroschenoper“ im Jahr 1992. Neben Michael Eckl (Mackie Messer), Ulrich Wabra (Peachum), Anja Killermann (seine Frau) und Sabine Bullemer (Tochter) war unter anderem mit Markus Redl, Anja Krafczyk, Alexander Wunder, Heino Hübbers und Marion Wettig ein neuer Stamm talentierter Spieler herangewachsen. Viele Ensemblemitglieder waren zwischenzeitlich aufgrund ihres Studiums in alle Richtungen verstreut, aber wenn Wolfgang Pöhlmann rief, dann kamen sie alle.

Eisenbarth und große Würdigungen

Eine überörtliche Würdigung erfuhr das Ortenburg-Ensembles im Jahr 2000, als der Theatergruppe eine Ausstellung im Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus eingeräumt wurde. Großformatige Bilder sowie vielfältiges Informationsmaterial zu den diversen Aufführungen konnten mehrere Monate im Kultusministerium betrachtet werden, bevor die Ausstellung im Oberviechtacher Rathaus und in der Aula der Schule vorgestellt wurde.

Was viele nicht wissen: Das Ortenburg-Ensemble war eine tragende Stütze für den Start des mittlerweile verselbstständigten und überregional bekannten Dr. Eisenbarth Festspiels. Wolfgang Pöhlmann gelang es, den Autor Werner Müller dazu zu gewinnen, ein Stück zum Leben des in Oberviechtach geborenen Wanderarztes zu schreiben, das als Ausgangstext für die uraufgeführte Fassung des Festspiels diente. Hand in Hand mit dem Doktor-Eisenbarth-Festspielverein, vielen Oberviechtacher Bürgern und weiteren Vereinen brachte das Ortenburg-Ensemble das fertige Stück erstmals im Jahr 2002 auf die Freilichtbühne.

Die Geburt von OVIGO

Im Jahr 2012 entschlossen sich Wolfgang Pöhlmann und Co. dann zu einem ganz besonderen Schritt: Das Ortenburg-Ensemble löst sich von der Schule. Die Gründe: Keiner der aktuellen Spieler war auch ein aktueller Schüler des Gymnasiums. Außerdem wurden erstmals auch Darsteller von „außerhalb“ aufgenommen und Wolfgang Pöhlmann beendete 2011 seine Lehrerlaufbahn am Gymnasium. So gründete sich OVIGO. Mit diesem Namen gedenkt das Ensemble aber immer seiner Herkunft: „OVI“, kurz für Oberviechtach – und „OGO“, kurz für das Ortenburg-Gymnasium. Oberviechtach wird immer die Heimat bleiben – jedoch sind keine Grenzen mehr gesetzt.

Im Herbst 2014 spielte das OVIGO-Ensemble zum letzten Mal unter Leitung Wolfgang Pöhlmanns. Das Stück Dr. med. Hiob Prätorius zu Ehren des Ortenburg-Gymnasiums, das 50-jähriges Schuljubiläum feierte, war ein voller Erfolg. Unter Standing Ovations übergab Wolfgang Pöhlmann die Leitung der Gruppe an Florian Wein und Julia Ruhland. Fortan setzte sich ein Prozess der Verjüngung, Erneuerung und Erweiterung ein. Neben den „alten Recken“ sind einige neue Spieler (und damit wieder aktuelle Schüler) hinzugekommen. Außerdem wird nicht mehr nur auf typische Klassiker oder Boulevardkomödien gesetzt – auch die Stücke sollen keinen Genregrenzen mehr unterliegen.

Auszeichnung, Jubiläum, Professionalisierung

Im Jahr 2015 spielte das OVIGO-Ensemble erstmals drei Produktionen in einem Jahr. Im Frühjahr begeisterte das bissige Kultstück Der Gott des Gemetzels rund 500 Zuschauer in der Oberpfalz und Nürnberg. Doch auch landesweit machte die Produktion von sich reden: Das OVIGO Theater gewann in der Kategorie „Schauspiel“ den Bayerischen Amateurtheaterpreis. Außerdem wurde das Jugend-Ensemble von Diamond Lucy 2017 für den internationalen Papageno-Award nominiert. Dieser Ehre wurden auch die Youngsters von Mein Freund, der Schrank 2019 zu Teil.

Seitdem gehen die OVIGOs einen konsequenten Weg in Richtung Semi-Professionalisierung des Theaterbetriebs. In allen Sparten und Bereichen stellt man sich breiter und kompetenter auf und versucht durch Workshops, Kurse und regelmäßige Trainings die Schauspielerschaft weiter zu verbessern und auch auszubilden. Die Kritiken zur Uraufführung der „Verwandlung“ nach Franz Kafka gingen bereits in die gewünschte Richtung. Zudem konnten Rekordkulissen verzeichnet werden.

Zum 5-jährigen Jubiläum des OVIGO Theaters standen erstmals gleich fünf neue Produktionen an. 2017 wurde die Komödie Männerhort, das Schauspiel Gift, die Uraufführung des Jugendstücks Mein Freund, der Schrank, das Familien-Musical Peter Pan und das Drama Lampedusa gezeigt.

Im Oktober 2017 erfolgte der nächste Meilenstein: Das OVIGO Theater wurde Einsatzstelle für den Bundesfreiwilligendienst und beschäftigt seitdem „Bufdis“.

Im September 2016 gründete sich OVIGO als eingetragener Verein nochmals neu. Dem ersten Vorstand gehörten Florian Wein, Julia Ruhland, Julia Gruber und Erich Wein an. Im Juni 2018 wurde ein neues Team gewählt, das seither die Geschicke des Theaters leitet: Florian Wein (1. Vorsitzender), Michael Zanner (2. Vorsitzender), Erich Wein (Schatzmeister), Maria Oberleitner (Schriftführerin), Birgit Bauer (Kinder- und Jugendbeauftragte), André Gießübl und Michael Sandner (Beisitzer).

Die kommenden Jahre sollen auch im Zeichen der „Haus-Suche“ stehen. Das OVIGO Theater möchte sesshaft werden und verfolgt das Ziel, in ein eigenes Theater-/ Kulturhaus ziehen zu können, um von einem festen Standort aus, verschiedene Projekte für die Region zu realisieren. Immerhin: 2018 ermöglichte uns die Stadt Pfreimd endlich den lang ersehnten Fundus. Unsere Requisiten, Kostüme oder Bühnen-Elemente sind in der Tiefgarage der Landgraf-Ulrich-Halle untergebracht.

Eine große Anerkennung erfolgte im November 2018, als der OVIGO Theater e.V. mit dem Zukunftspreis des Landkreises Schwandorf ausgezeichnet wurde.

Am 25. Oktober feierten ehemalige und heutige Mitwirkende 40 Jahre OVIGO Theater bzw. Ortenburg-Ensemble. Unter dem Namen 40VIGO wurde ein großer Festabend mit zahlreichen Überraschungen veranstaltet.

Neben den großen Produktionen ist unser OVIGO Theater auch immer auf der Suche nach neuen Formaten, um unser Publikum zu überraschen. Seit Herbst 2019 stehen unsere Dinner mit Killer auf dem Spielplan, die ein leckeres 4-Gänge-Menü mit einer spannenden Kriminal-Geschichte paaren. Seit dem Sommer 2020 präsentieren wir außerdem die OVIGO Zeitreise – Erlebnisführungen rund um historische Orte in der Oberpfalz.

WEITERHIN GETREU DEM Motto: Was für ein Theater!

von Georg Lang und Florian Wein

OVIGO THEATER EINDRÜCKE (1979-2020)

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